
Unser Tagebuch aus New York (2001)
Manchmal, wenn ich wieder 75 mal die DEL-Taste gedrückt habe und mich im 12. Versuch verstricke, einen guten Satz auf den Monitor zu zaubern, dann frage ich mich: Warum das alles? Wie konnte ich nur mit diesen Berichten anfangen. Auf gut Darmstädterisch also: Wer hat's verbockt? Auf die Idee diese Berichte zu schreiben, habt letztendlich ihr mich gebracht. Ihr, all die 'daheim' gebliebenen Freunde, die ihr euch mit Sätzen wie "...und schreibt mal, wie es euch dort ergeht", oder "wäre schön regelmäßig von euch zu hören" von uns verabschiedet habt.
Aber wie macht man das, wenn man einen - glücklicherweise - großen Bekanntenkreis hat? Der erste Ansatz, jedem regelmäßig ein persönliches Mail zu schreiben, musste ich nach 4 Wochen leider fallen lassen. Man verstrickt sich nämlich ständig in Situationen und Fragen wie: "Hab ich dir eigentlich schon erzählt...?", oder "ach ja, habe dir wohl vergessen zu sagen, dass wir letzte Woche...". Geht nicht! Kann ich nicht in meinem Kopf behalten, wem ich schon was geschrieben habe. Ingrid hatte erst gar nicht die Zeit, an diese Tiefe des Problems zu stoßen.
Geht also nicht, wenn man außer Schreiben auch noch ein wenig das erkunden möchte, wozu man letztendlich umgezogen ist: Die Stadt, das Land, die Menschen. Da ich aber auch nicht ein läppisches, unpersönliches Mail an alle verteilen wollte, musste die Lösung schon etwas mehr bieten. Und so dachten wir uns, dass eine Sammlung von lustigen, netten Geschichten, angereichert mit unserem Tagesablauf vielleicht eine gute Alternative wäre.
Ich fasste also den Entschluss, meine in den ersten Monaten noch üppige Freizeit mit dem Schreiben von Berichten zu bereichern. Berichten aus unserem Leben, als Tagebuch für uns und als lustige Lektüre für euch. Den Gedanken zu schreiben hatte ich so und so schon länger und nun war auch endlich ein passendes Thema vorhanden.
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